Sechs Uhr dreißig am Bahnhof Burghausen, das Gepäck bewusst klein gehalten, davor eine ganze Woche Berlin: So begann die Studienfahrt unserer zehnten Klassen. Am Abend die Ankunft am Wannsee – und von da an ein Programm, das Berlin von vielen Seiten zeigte.
Die ersten Tage gehörten der Stadt und ihrer Geschichte: Stadtführungen durch Berlin-Mitte, dazu das Jüdische Museum, für andere Gruppen parallel Potsdam und Sanssouci oder Themenführungen quer durch die Stadt. Berlin als Ort, an dem deutsche Geschichte an fast jeder Ecke greifbar wird.
Ein Schwerpunkt lag auf der Politik. Im Bundestag und im Bundesrat erlebten die Klassen, wo und wie in Deutschland entschieden wird, und kamen mit mehreren Abgeordneten ins Gespräch – Fragen stellen, Antworten bekommen, Politik einmal nicht aus dem Schulbuch. Eine Gruppe war zudem im Bundesministerium für Verkehr zu Gast und bekam einen Blick hinter die Türen einer Behörde, von der man sonst nur den Namen kennt.
Wie ernst die Freiheit zu nehmen ist, wurde an einem anderen Ort deutlich: in der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, dem früheren zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit. Ein stiller, eindringlicher Nachmittag, der lange nachwirkt.
Und schließlich die Abende. Theater und Kleinkunst standen gleich mehrfach auf dem Plan, unter anderem am Berliner Ensemble am Bertolt-Brecht-Platz – Kultur nicht als Pflichttermin, sondern als gemeinsames Erlebnis.
Am Samstagabend kam die Gruppe wieder in Burghausen an, müde und voll von einer Woche, die weit mehr war als eine Aneinanderreihung von Terminen. Geschichte, Politik und Kultur an dem Ort, an dem sie zusammenlaufen – und dazwischen die vielen gemeinsamen Wege, die eine solche Fahrt ausmachen.
Text und Bilder: Martin Gleixner














