Besuch einer Gedenkstätte

„So etwas dürfen wir nie wieder zulassen“

Gedanken der Neuntklässler zum Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Vor achtzig Jahren, genau am 6. Mai 1945, befreiten amerikanische Soldaten die Gefangenen im Konzentrationslager Mauthausen. Wenige Tage vor dem Jubiläum besuchten die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe die KZ-Gedenkstätte. Sie erhielten eine zweistündige Führung und konnten anschließend über die sogenannte „Todesstiege“ in den ehemaligen Steinbruch hinabsteigen.

Was bedeutet es für Jugendliche 80 Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft, eine KZ-Gedenkstätte zu besuchen? Lassen wir sie zu Wort kommen!

„Der Steinbruch war weit unten, und dort jeden Tag hoch und runter zu laufen, wenn man eh schon geschwächt ist, ist unvorstellbar.“

„Das Schockierendste für mich war das Fußballfeld neben den Baracken, vor allem die Fußballspiele mit Zuschauern, bei denen die Mannschaft der SS-Leute angefeuert wurde.“

„Es war gut, dass man auch Zitate der damals Inhaftierten lesen konnte, um ihre Sicht besser verstehen und nachvollziehen zu können.“

„Ich fand es sehr interessant zu sehen, wie die Häuser der Häftlinge aufgebaut waren und wie ihr Alltag aussah. Außerdem war es beunruhigend, aber zugleich auch spannend, im Museum zu lesen, wie die Bestrafung zum Beispiel nach einer Flucht aussah.“

„Mir fiel auf, dass die Vielfalt an Denkmälern verschiedener Nationen gewaltig war. Ich wusste nicht, dass Menschen aus so vielen Nationen hier eingesperrt wurden.“

„Am meisten hat mich erschreckt, dass so viele Frauen vergewaltigt wurden.“

„Mich erschreckt die Menge an Opfern und die Weise, wie sie behandelt wurden. Und mich erschreckt auch, dass die Frauen aus dem Bordell lange nicht als Opfer angesehen wurden.“

„Das Schlimmste war der Raum mit den Namen. So viele Namen! Und alle sind auf dem Gelände gestorben. Die engen Gaskammern waren auch ein schrecklicher Anblick.“

„Mich hat am Freitag die ganze Zeit beschäftigt, dass mehr als Hälfte von den Häftlingen, die dort angekommen sind, gestorben und danach verbrannt worden ist.“

„Mich hat am meisten schockiert, dass so viele Menschen, die offensichtlich etwas von der Situation mitbekommen haben (z.B. bei Fußballspielen), nichts unternommen haben.“

„Auch wenn wir schon viel über die NS-Zeit gelernt hatten, war es extrem erschreckend zu sehen, wie unglaublich grausam die Menschen in den KZs behandelt wurden. Dort war einfach alles näher und greifbarer.“

„Ich fand es wichtig, dass uns diese sehr erschreckenden Geschehnisse auch gezeigt wurden, damit wir als „Mitbestimmer“ der Zukunft dafür sorgen, dass so etwas nie wieder vorkommt. Ich persönlich fand die Führung auch sehr interessant, weil ich mir das alles noch besser vorstellen kann. Das ist zwar nicht unbedingt schön, es gehört aber leider zu unserer Geschichte.“

„Wie können Leute das immer noch nicht verstehen? Beziehungsweise wieso gehen wir politisch in diese Richtung?“